Interpretation des Kapitels „Gesang von den Feueröfen“ aus Peter Weiss‘ dokumentarischem Drama: „Die Ermittlung“ (Schulprojekt)

Alle Werke von Yoan A., Tim L. und Magnus Q.

Tim L.
Titellos

Trügende Schrift endet Geschicke,
Während Massen ersticken in Not,
Und mit verkrampftem, leerem Blicke
Erwartet sie der schleichende Tod.
 
Hinter dunklen Masken, von Wahn geprägt,
Versinkt die Menschlichkeit im Abgrunde.
Banal scheint Bosheit in dieser Stunde,
Wenn ein Leben sich selbst zu Grabe trägt.
 
Und namenlose Leichenträger klagen,
Als schamlose Totschläger morden mit Fleiß.
Doch des Teufels Helfer sind die Folgsamen,
Denn das Gold wiegt weitaus schwerer als sein Preis.
 
Mit Gehorsam will die Bestie Dreck abwaschen,
Doch sah niemand mehr als nur Sterne und Nummern?
Der Mensch wird zum Tier, das Tier trägt den Kummer.
Schneller wird der Todestanz auf heißer Asche.
 
Das Schnaufen, das Schaufeln, das Verdammen, zusammen
Bringt zumindest ihresgleichen sachte Erlösung.
Ein letzter Blick, bevor Hoffnung aufgeht in Flammen.
Sanft steigt süßer Rauch empor in die Morgenröte.
 
Am Ende erhebt sich jedoch, mit dem Mute der Leere
Ein Kampf gegen das perfekte System der Gewehre.
Sterne glänzen ein letztes Mal, ewig müde des Plünderns.
Schüsse. Ein Knall. Die Flammen schweigen, doch auch die Münder.
 
Kaum später, rauchende Schlote zehren wieder am Leben,
Beginnen Verehrer der Blitze erneut zu regieren,
Einzig allein Blindheit verehrend, im Gleichschritt marschierend,
Mit gestrecktem Arme ins Verderben.


Magnus Q.
Ohne Titel

Ich und Du
Ein Stück von mir in dir und von dir in mir?
Ich klein du groß, Ich schmächtig du stark.
Ich Parasit, Jude, schwul oder Tier ein Wir?
Ich im Schein gebrochen, du stolz bis ins Mark.
 
So stehen wir am Ort des Grauens für heute für morgen für immer.
 
Die Sonne strahlt gnadenlos dir in die Augen und blendet dich.
Die Feueröfen in der Ferne verdecken meinen Schatten und mein Gesicht.
Komm lass uns uns verbinden Ich möchte dir sagen ich liebe dich.
Komm tanz mit mir ich bin Feuer und Flamme und du die Gischt, die mich erlischt.
 
So stehen wir am Ort des Grauens für heute für morgen für immer.
 
Komm schreck nicht zurück. Ich flüstere dir den Kaddish ins Ohr
Schau her, nun sieh schon hin wo Ich zu Tode fror
Und dort drüben schüttest du mich ins Moor.
 
So stehen wir am Ort des Grauens für heute für morgen
 
Komm spürst du die Wunde hier und dort.
Hier geschah es, an diesem Ort.
Der schreckliche Fluch für immer fort.
Doch in Frankfurt kein Wort von Mord.
 
So stehen wir am Ort des Grauens für heute für morgen
 
Schmerz: Gräbst tiefer in mein Fleisch hinein. Doch Halt. Mein Herzblut
Für dich unantastbares Gut.
Trauer: Willst fliehen vor meiner Tränenflut.
Wut: Doch in der Geschichte bin ich das Fleischtribut
Vergeben: Meine Hinterlassenschaft die Aschenglut
 
So stehen wir am Ort des Grauens für heute
 
Schau dich um keiner deiner Marionetten mehr vor Ort.
Höre, keiner glaubt mehr deinem Wort.
Nun, dein einster Stolz, alles fort.
Dein erbärmliches Antlitz, wie wäre es mal mit Sport?
 
So stehen wir am Ort des Grauen für heute
 
Mit vollem Stolz zeig ich dir heute meinen Rücken.
Ich lernte es endlich richtig auszudrücken.
Auf der ganzen Welt baute ich starke Brücken.
In der Hoffnung, dass bald jüngere die Früchte pflücken.

So stehen wir am Ort des Grauens für heute für morgen nimmer.

„Inferno“