Interpretation des Kapitels „Gesang vom Zyklon B“ aus Peter Weiss‘ dokumentarischem Drama: „Die Ermittlung“ (Schulprojekt)

Alle Werke von Michel K., Philippe S. und Nicolas W.

Zyklon B

Im Keller, in Kisten verpackt,
30 Büchsen in eine gepackt.
Bester Kaffee der Firma Degesch,
das weiß hier jeder Mensch.
 
Der bläulich-weiße Zyanwasserstoff,
hinter Pappdeckeln mit Totenkopf.
 
In der besten Epoche,
14-20 Kisten die Woche,
1 Kilo, 5 Reichsmark,
der Preis ist stark.
 
Körnige, zerbröckelnde Masse,
für die tobende Unterrasse.
 
Nackt sind sie bald
doch geschwind wird ihnen kalt
das Gas wird eingeworfen
und schon beginnt das Morden.
 
Das Blausäuregas kommt durch die Luft,
ein nicht wahrnehmbarer Duft.
 
Kein Schädling dieser Welt,
der die Luft lange genug anhält.
Atmen sie ein das Gas,
sind sie nur noch Flammenfraß.
 
Hinterfragt wird es nicht,
hier macht jeder seine Pflicht.
Reue hat hier keiner,
Reue hatte noch nie einer?
 
Für 2000 reichen 16 Büchsen aus
nach 24 Stunden ist alles raus
der Strom hört nie auf
Hier endet ihr Lebenslauf.
 
Sterben werden sie alle,
Zyklon B, das ist ihre Todesfalle.