Interpretation des Kapitels „Gesang vom Ende der Lili Tofler“ aus Peter Weiss‘ dokumentarischem Drama: „Die Ermittlung“ (Schulprojekt)

Alle Werke von Louis B., Nathan G. und Jason W.

Einzelschicksale

Lieber Maximilian-Yonathan

Ich schreibe dir gerade aus Amerika. Ich hoffe, du liest diesen Brief und es geht dir so gut wie es die Umastände ermöglichen.
Mama und ich sind in Sicherheit, aber sie kann nicht aufhören zu weinen, weil ihr kleiner Maximilian nicht bei ihr ist. Ich weiß nicht genau, wo Papa ist. Sie haben uns gesagt, Papa bekommt eine Arbeit im Stahlwerk. Wir haben seitdem nichts mehr von ihm gehört. Mama arbeitet als Verkäuferin in einem kleinen Laden wo man uns gut behandelt.
Wir freuen uns aber, dir mitteilen zu können, dass die Russen die Deutschen langsam zurück nach Berlin schlagen. Man spricht davon, dass schon bald die Befreiung von Auschwitz voran steht. Ich mache mir Sorgen um dich. Sei vorsichtig, es gibt Gerüchte, dass die Deutschen eure endgültige Vernichtung planen, bevor es zu spät ist. Halt dich bloß von den Duschen fern. Tante Jovana wurde angeblich zur „Desinfektion“ in eine Dusche gesteckt und kam nie wieder zurück. Sobald du in eine große Kammer gesteckt wirst, lauf so schnell du kannst.
Ich verstehe nicht, wie so etwas Schlimmes meinem kleinen Bruder widerfahren kann. Das Leben ist doch das wertvollste Gut dieser Welt, das Gott uns zum Geschenk machte.
Gib die Hoffnung nicht auf.

Dein großer Bruder

„Ein Mädchen“
„Arbeit macht tot“